Was ist Ihnen lieber: Schlaf- oder Krankenbett?
Wenn der Arzt ruft
Wir schreiben Sonntag, 19:30 Uhr. Felix ist auf dem Weg nach Hause, er hat einen harten Arbeitstag hinter sich. Es ist Winter und er ist schon müde. Plötzlich springt ein Reh vor sein Auto und Felix legt eine Vollbremsung hin. Sein Auto landet im Graben, doch zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Wenig später trifft der Krankenwagen ein und bringt ihn aus Sicherheit in die Ambulanz. Ein Patient merkt oft im ersten Moment nicht, wenn er eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen hat. Es kommt wie es kommen musste, Felix muss auf einem Krankenbett Platz nehmen. Da er zuvor nur sein großes, breites und kuscheliges Bett von daheim gewöhnt war, fühlt er sich ihm ersten Moment sehr unwohl. Felix verlangt nach einem besseren Bett, doch er wird von der Krankenschwester nur ausgelacht. Beistelltische als Ablage bieten nicht gerade eine gemütliche Atmosphäre, doch ein Krankenhaus ist auch im Normalfall nicht gerade für gute Stimmung bekannt. Ein Krankenbett hat zudem nicht den Zweck, möglichst gemütlich zu sein. Es hat an allen Seiten Räder, damit der Patient von A nach B geschoben werden kann. Zudem muss es klinisch rein sein. Keine Bakterien dürfen an dem Bett haften, damit sich der Patient keine schwere Folgeerkrankung einfängt.
Daheim ist es am Schönsten
Einen Gegensatz zum Krankenbett, bildet das gemütliche häusliche Bett. Jeder kann sich frei auswählen, worauf er schlafen will. Die Matratze ist nicht so dünn wie im Krankenhaus und meistens individuell auf den Rücken zurechtgeschnitten. Wer gerne auf Luxus steht und viel Platz benötigt, kann sich ein extra großes Exemplar zulegen. Zudem gibt es verschiedene Sorten an Betten. Wasserbetten bieten absolute Entspannung, sind aber auch etwas teurer. Ein Krankenbett bietet solchen Luxus nicht an. Das einzige was bei diesem Bett aus Wasser ist, besteht in der Kanüle vom Arm hoch zum Wasserbehälter. Der größte Unterschied besteht in der Freiheit, sich sein Bett individuell gestalten zu können. Form und Farben können beliebig gewählt werden, im Krankenhaus ist alles steril und weiß. Eine kleine Alternative könnte sich jedoch ergeben, wenn das Krankenzimmer ins eigene Haus verlagert wird. Dann bildet das eigene Bett quasi eine Symbiose mit dem Krankenbett, da es das Gleiche ist. Doch dies wird Patienten nur bei längerer Krankheit angeboten, die aber nicht ansteckend ist. In allen anderen Fällen muss der Kranke mit einem langweiligen Bett vorliebnehmen. Zwar trägt eine helle Decke zur Genesung bei, vor allem wenn sie an schönere Zeiten erinnert. Doch diese könnte mit Bakterien belastet sein und es wäre im Sinne der Hygiene unverantwortlich, die anderen Patienten dieser Gefahr auszusetzen.
Ein Schlafbett in einem Krankenhaus?
Spielen wir ein Spiel, es geht wirklich ganz einfach. Nehmen wir an, man könnte im Krankenhaus zwischen seinem eigenen Bett oder dem Krankenbett wählen. Alle Regale dürfen je nach Bedarf eingeräumt werden, es kommt Individualität in die Krankenhausbude rein. Spinnen wir dieses Gedankenspiel weiter, wie würden sich wohl die meisten Menschen entscheiden? Auf den ersten Blick mag das zwar verlockend klingen, doch es wäre schwer zu transportieren. Wer will sein normales Bett den ganzen anderen Kranken aussetzen? Es wird den halben Tag angehustet und mit etwas Pech landet noch Blut auf dem Bett. Da sich dieses kaum mehr auswaschen lässt, wäre eventuell eine neue Bettdecke nötig. Ein weiterer Aspekt der gerne übersehen wird, kommt auch noch hinzu: Die psychische Belastung. Wie bitte? Was belastet denn? Wer längere Zeit im Krankenhaus liegt und dieses Bett mit ins traute Heim nimmt, wird ununterbrochen an seine Krankheit erinnert. Er muss ständig an dieses Gebäude denken und kann unter Umständen nicht mehr ruhig schlafen. Es ergeben sich zahlreiche Nachteile, also alle Betten stehen lassen, wo sie sind.