Unsere Körpersprache und wie wir damit unser Befinden beeinflussen können
Körper und Geist stehen in direkter Verbindung zueinander. Jeder Gedanke, jede Gefühlsregung hat Einfluss auf unseren Körper. Sind wir traurig, nehmen wir eine ganz andere Körperhaltung ein, als wenn wir uns freuen und vor Glück die ganze Welt umarmen könnten. Dieser Effekt besteht aber nicht nur in dieser Richtung, sondern auch umgekehrt. So ist die Körperhaltung, die wir an den Tag legen, auch maßgeblich daran beteiligt, unsere Stimmungen zu beeinflussen.
Wenn wir in einer bestimmten Stimmung sind, findet die Veränderung unserer Körperhaltung ganz automatisch statt. Wir überlegen uns nicht bewusst, den Kopf hängen zu lassen, die Schultern einzuziehen und die Mundwinkel nach unten hängen zu lassen. Genauso wenig, wie wir bewusst ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern, uns aufrichten und der Welt mit offenen Armen entgegen schauen, wenn es uns gut geht.
Durch diese Körpersprache ist es uns eben nicht nur möglich erst das Gefühl zu haben und dann den Körper in die entsprechende Position zu bringen (was natürlich unbewusst funktioniert), sondern uns auch umgekehrt durch die Haltung des Körpers erst in eine bestimmte Stimmung zu bringen.
Sehr leicht kann man selbst an sich dieses Phänomen testen. Setzen wir uns mit eingesunkenem Brustkorb, hängenden Schultern und den Kopf nach untern geneigt in eine Ecke, wird sich auch die Stimmung sofort ändern, wir fühlen uns belastet und hilflos. Andersherum wird sich unsere Stimmung aufhellen und wir werden ein klein wenig optimistischer in die Welt schauen, wenn wir unseren Brustkorb durchstrecken und eine aufrechte Haltung annehmen.
Auf dieser Tatsache lassen sich auch psychosomatische Erkrankungen erklären. Der Körper ist auf Grund der negativen Gedanken und Gefühle unter einer permanenten Anspannung, was zu einer chronischen Fehlhaltung führt. Daher können zum Beispiel Kopf- oder Nackenschmerzen rühren. Und das kann Folgen haben, beispielsweise Stenose. Vor allem durch Rückengymnastik kann man einer Stenose vorbeugen.
Auf Grund dieser Erkenntnis ist es nun möglich unser Wohlbefinden mit Hilfe unserer Körpersprache zu steigern. Begeben wir uns ganz bewusst in eine Körperhaltung, die einer positiven Grundstimmung entsprechen würde, wird die Seele irgendwann nachziehen und man wird sich besser fühlen. Natürlich ist es anfangs ein komisches Gefühl und man meint, man würde sich selbst betrügen. Aber Körper und Seele sind stets danach bestrebt sich in Einklang zu befinden und so wird die anfangs gezwungene und aufgesetzt wirkende Körperhaltung sich immer besser und normaler anfühlen.
Man kann zum Beispiel versuchen, sich an Hand von Erinnerungen an positive Erlebnisse in einen entsprechenden Zustand zu versetzten. Wie hat man sich in der Situation gefühlt, was hat man empfunden, wie war die Mimik und Gestik, wie die Körperhaltung? Diese muss man versuchen zu imitieren.
Mit einer guten Körperhaltung hat man auch auf seine Umgebung eine viel positivere Ausstrahlung. So fällt es alleine durch die positive Rückmeldung von seinen Mitmenschen, die man erhalten wird, leichter, wieder eine positivere Sicht auf die Welt einzunehmen.
Vergessen Sie dabei nicht: aller Anfang ist schwer! Es wird nicht augenblicklich gelingen, sich durch seine Körperhaltung zu einer besseren Stimmung zu verhelfen. Auch wenn man sich anfangs wie ein Schauspieler fühlt und meint, man würde sich selbst betrügen: Testen Sie es! Sie werden erstaunt sein!